Geschichte

Hävern und seine über 800-jährige Geschichte

Reinkingshof in Hävern 1906

Die Wesermarsch war früh besiedelt, wahrscheinlich schon lange vor unserer Geschichtsschreibung. Der Weserstrom floss damals ungezügelt in mehreren Stromarmen durch das Urstromtal. Deshalb siedelten die ersten Bauern auf der höchsten Erhebung zwischen den Wasserläufen: Daher der altdeutsche Name Heveren, der später zu Hävern wurde.
1198 wird Hävern erstmals urkundlich im „Hoyer Urkundenbuch“ erwähnt,als „Bischof Thetmar zu Minden“ Land abgibt. Schon 1265 gab es zwei „eigenbehörige Stätten“ sowie eine nach Meierrecht vergebene Besitzung in Hävern. Aus Amtsunterlagen von 1747 geht hervor, dass damals die Bauernschaft Hävern aus 21 Höfen und 4 Heuerlingshäusern bestand. 1937 zählte die Häverner Statistik 14 Voll- und 16 Nebenerwerbsbetriebe. Aber auch Handwerksberufe waren angesiedelt: Maurer und Hausschlachter, Pflasterer, Schuster, Schmiede, Tischler, Schneiderinnen und natürlich der Fährmann.
Der starke Strukturwandel in der Landwirtschaft ging an Hävern nicht spurlos vorüber: Statt ehemals über 300 Einwohner leben heute noch ca. 110 (Nov. 2018) Menschen in ca. 45 Haushalten in Hävern. 2018 werden nur noch 2 Vollerwerbsbetriebe bewirtschaftet, ein Hof hat sich auf Naturprodukte im gewerblichen Bereich spezialisiert. Auf dem äußerst fruchtbaren Marschboden werden überwiegend Getreide, Raps und Mais angebaut. In den Ställen stehen Milchkühe, Rinder und Schweine. Die frühere „Bauernschaft“ hat sich zum familienfreundlichen Wohndorf gewandelt.

Schäkels Schmiede 1934

Die Zugehörigkeit zu Gerichtsbarkeit und Verwaltung einzelner Höfe in Hävern war im Laufe der Dorfgeschichte sehr unterschiedlich. In alten Zeiten unterstanden zwei große Höfe dem Domkapitel in Minden. Außerdem war Hävern bis ins frühe 19. Jahrhundert ein Mengedorf. Die meisten Höfe (Nr. 1 bis 24) unterstanden der preußischen Gerichtsbarkeit, weitere 4 Höfe (ebenfalls Nr. 1 bis 4) der Gerichtsbarkeit Hannovers mit Sitz in Stolzenau. Dieser Zustand führte zu kuriosen, oft aber auch sehr schwierigen Zuständen. Mit dem „Bückeburger Vertrag“ wurde 1837 im preußisch – hannoverschen Grenzgebiet eine klare Linie geschaffen, die bis heute besteht. Seitdem hatten die „hannöverschen“ Höfe die Haus-Nr. 25 bis 28. Nun war Hävern vollständig Preußen mit dem Amtssitz in Petershagen zugeordnet. Das Dorf blieb relativ selbständig mit einem Gemeinderat und einem Bürgermeister. Erst durch die Gebietsreform 1973 wurde Hävern eine von 29 Ortschaften der Stadt Petershagen, zugehörig zum Kreis Minden-Lübbecke im Land Nordrhein-Westfalen.

Hermann Büsching 1948

 

Chroniken von Hävern
Die von Wilhelm Brandt (geb. in Hävern, gest. in Fiestel) 1987 und aktualisiert 1995 im Eigenverlag herausgegebene „Chronik von Hävern“ ist seit langem vergriffen. Einsicht kann bei Interesse bei verschieden Personen der Kontaktliste gegeben werden.
Anschließend an den von W. Brandt beschriebenen Zeitraum führt die Ortsheimatpflegerin, Marianne Büsching, die Chronik von Hävern weiter.